Donnerstag, 17. September 2009
Die "Piraten-Partei" - ein selten bescheuerter Verein in einem bescheuerten Land
Dass die ideologische Reproduktion des Kapitalverhältnisses in Krisenzeiten schwieriger ist, dürfte klar sein. Bei der Krise vor 80 Jahren scheute das Monopolkapital auch keine Kosten, um sie dennoch zu gewährleisten, letztendlich dann über den Faschismus. Dass der Bourgeoisie diesmal offenbar nichts Besseres eingefallen ist als das erbärmliche kleinbürgerliche Entpolitisierungsprojekt namens "Piratenpartei" lässt Hoffnung aufkommen. Zwar wächst offenbar täglich die Masse der so genannten "Piraten", also der Kretins, der Computerfreaks, der ungefickten Pornodauerabonnenten und verhätschelten Müttersöhnchen, die Angst haben, dass man ihnen ihr PC-Spielzeug wegnimmt. Aber es besteht Grund zu der Annahme, dass das intellektuelle Fassungsvermögen der genannten Deppenpartei bei weitem nicht ausreicht, um die Volksverblödung über die Themen Internet-Zensur und Überwachungsstaat hinaus voranzutreiben. Dafür müssen dann offenbar immer noch die etablierten Parteien herhalten, sodass sich die Situation kaum verschlimmert. Der Bourgeoisie mag zwar die umfassende Verdummung und Entpolitisierung der Jugend zum Vorteil gereichen, aber sie ist selbst ganz sicher nicht dumm genug, einem Spaßverein die Administration ihrer Existenzbedingungen zu überlassen. Die ärgerliche Angelegenheit, dass das falsche Bewusstsein seine Grenzen hat und nicht jedes Mitglied des Proletariats sich durch den staatsloyalen Reformismus vom Lafontaine oder den dogmatischen Liberalismus der anderen Parteien entmündigen lässt, wird auch durch die "Piraten" nicht aus der Welt geschafft. Gegen langfristige Stagnation der monopolistischen Akkumulation helfen sie auch nicht. Und der hoffentlich unaufhaltsame Wiederaufstieg des Kommunismus in Lateinamerika, Südasien und Südeuropa wird wohl auch nach dem unvermeidlichen Wahlerfolg einer weiteren Partei der Volksver- und -zertreter nicht an Schwung verlieren. Die Bourgeoisie weiß, dass sie 1990 eine Schlacht gewann aber nicht den Krieg. Sie weiß, dass ihr langsam die Lösungen ausgehen. Sie scheißt sich deswegen ins Beinkleid und das ist auch gut so.
Dienstag, 24. Februar 2009
Sprache und Kommunismus
Da auf diversen Blogs im Moment so fleißig darüber diskutiert wird, welches sprachliche Niveau im Internet sein soll und welches nicht, will auch ich nicht dazu schweigen. Auf Lyzis Welt fordert das Kollektiv der linken Blogleser momentan eine Herabsetzung der Satzlänge und des allgemeinen Niveaus auf einen Stand, der dem durchschnittlichen Geisteszustand des Rezipienten von linkem Unfug im Netz angemessen ist.
Was die Diskussion um die Verständlichkeit von Sprache außer Acht lässt, ist, dass es zwei Arten von Menschen gibt, die sich in einfacher, dem Vorwissen der Leser angepasster Formen der Veständlichung bedienen:
Da wären zum einen jene, die es verstehen, richtige Inhalte in einer Weise zum Ausdruck zu bringen, dass die Teile der Menschheit, die unverschuldet ungebildet, aber zum Lernen bereit sind, dazu auch in die Lage versetzt werden, ohne theoretische Fehler zugunsten der Genießbarkeit in Kauf zu nehmen. Die Größten dieser Art waren so herausragende Persönlichkeiten wie Lenin, Brecht, Bucharin oder Preobraschenskij. Diese Männer haben der Arbeiterbewegung ja auch deshalb so großen Nutzen geleistet, weil die werktätigen Klassen, bisher von den Zwängen kapitalistischer Vergesellschaftung ihrer Möglichkeiten zur Bildung beraubt, sie gerne gelesen und dann auch verstanden haben. Bildung als erster Schritt zur sozialistischen Gesellschaft ist eben nichts anderes als der geknechteten Klasse in allen Ländern der Welt zur Bewusstwerdung ihrer selbst und der Welt, in der sie leben, zu verhelfen.
Dann wäre da noch ihr Gegenteil: Die Leute, die, fernab jeder Erkenntnis des Wahren sich tummelnd, dermaßen in den Tiefen von Verwirrung und Unverstand versunken sind, dass a) bis zu ihnen nur solche Begriffe vordringen und intelligibel werden, die auch für das Hirn eines zweijährigen Kindes nicht zu schwer zu erfassen sind und daher b) aus der Sphäre des Unkomplexen, als welcher ihr Geist ist, nur solche Begriffe umgekehrt zur Wahrnehmung durch die Anderen gelangen können, die sowohl in diesem Geist gedacht worden als auch es über die Barriere des intellektuellen Unvermögens, das diesen Gestalten anhaftet, hinweg in die Sphäre der Sprachlichkeit geschafft haben.
Als Beispiele dieses Menschenschlags wären etwa Karl Popper, Tony Cliff, Adolf Hitler oder jene Bande simplizistischer amerikanischer universell-versagender bürgerlicher Politologenärsche wie Waltz, Sartori, Mearsheimer und Parsons zu nennen, die in ihrer endlosen Begriffslosigkeit der Sprachwerdung von weder Komplizierterem noch Richtigerem als dem in ihren "Büchern" breitgetretenen bildungsfeindlichen Matsch befähigt sind. Das, zu dessen Mitteilung an die Welt die demagogischen Meinungsmacher der bürgerlichen Gesellschaft angetreten sind, das Falsche also, ist, das versteht sich von selbst, der ärgste Feind jeder Emanzipation.
Dann gibt es selbstverständlich auch noch eine dritte Sorte von Autoren, die in ihrem Hass auf Fortschritt und Geist der zweiten in nichts nachsteht. Um fähiger Marxist und gleichzeitig Führer seiner Klasse zu sein, bedarf es zweierlei: Eines fundierten Verständnisses der Dinge und der Fähigkeit, dieses in Worte zu fassen. Nur dann kann, wie Marx sagt, "die Theorie die Massen ergreifen". Es handelt sich bei der dritten Sorte um Vertreter des pseudowissenschaftlichen Kretinismus, denen beide Tugenden, die der Intellektualität und die der Sprachgewalt, fremd sind; die daher sich in ihrer Ausformulierung des längst Widerlegten und oft von ihnen selbst nicht Verstandenen in die Formen unverständlicher Sprache flüchten, in der Hoffnung, sich wenigstens den dümmsten Teil ihrer Leser als potentielle Vernichter ihrer falschen Theorien vom Hals zu schaffen. Auf diese Kunst verstehen sich meisterhaft die Strömungen der deutschen Linken, die sich auf Adorno, Horkheimer und ihren antibolschewistischen Anhang berufen, wie Antideutsche, Commünisten und sonstige Elendsgestalten; aber auch: rechte Hobbykellerscheißphilosophen wie Sloterdijk oder "Historiker" wie Ernst Nolte, die der Meinung sind, Stalin trage die Schuld an Auschwitz. Die Idiotie ist also wieder mal in ihrem ganzen Spektrum vertreten. Sie zu stören und zu zerstören wo man kann, ist Aufgabe der Kommunisten unserer Zeit.
Was die Diskussion um die Verständlichkeit von Sprache außer Acht lässt, ist, dass es zwei Arten von Menschen gibt, die sich in einfacher, dem Vorwissen der Leser angepasster Formen der Veständlichung bedienen:
Da wären zum einen jene, die es verstehen, richtige Inhalte in einer Weise zum Ausdruck zu bringen, dass die Teile der Menschheit, die unverschuldet ungebildet, aber zum Lernen bereit sind, dazu auch in die Lage versetzt werden, ohne theoretische Fehler zugunsten der Genießbarkeit in Kauf zu nehmen. Die Größten dieser Art waren so herausragende Persönlichkeiten wie Lenin, Brecht, Bucharin oder Preobraschenskij. Diese Männer haben der Arbeiterbewegung ja auch deshalb so großen Nutzen geleistet, weil die werktätigen Klassen, bisher von den Zwängen kapitalistischer Vergesellschaftung ihrer Möglichkeiten zur Bildung beraubt, sie gerne gelesen und dann auch verstanden haben. Bildung als erster Schritt zur sozialistischen Gesellschaft ist eben nichts anderes als der geknechteten Klasse in allen Ländern der Welt zur Bewusstwerdung ihrer selbst und der Welt, in der sie leben, zu verhelfen.
Dann wäre da noch ihr Gegenteil: Die Leute, die, fernab jeder Erkenntnis des Wahren sich tummelnd, dermaßen in den Tiefen von Verwirrung und Unverstand versunken sind, dass a) bis zu ihnen nur solche Begriffe vordringen und intelligibel werden, die auch für das Hirn eines zweijährigen Kindes nicht zu schwer zu erfassen sind und daher b) aus der Sphäre des Unkomplexen, als welcher ihr Geist ist, nur solche Begriffe umgekehrt zur Wahrnehmung durch die Anderen gelangen können, die sowohl in diesem Geist gedacht worden als auch es über die Barriere des intellektuellen Unvermögens, das diesen Gestalten anhaftet, hinweg in die Sphäre der Sprachlichkeit geschafft haben.
Als Beispiele dieses Menschenschlags wären etwa Karl Popper, Tony Cliff, Adolf Hitler oder jene Bande simplizistischer amerikanischer universell-versagender bürgerlicher Politologenärsche wie Waltz, Sartori, Mearsheimer und Parsons zu nennen, die in ihrer endlosen Begriffslosigkeit der Sprachwerdung von weder Komplizierterem noch Richtigerem als dem in ihren "Büchern" breitgetretenen bildungsfeindlichen Matsch befähigt sind. Das, zu dessen Mitteilung an die Welt die demagogischen Meinungsmacher der bürgerlichen Gesellschaft angetreten sind, das Falsche also, ist, das versteht sich von selbst, der ärgste Feind jeder Emanzipation.
Dann gibt es selbstverständlich auch noch eine dritte Sorte von Autoren, die in ihrem Hass auf Fortschritt und Geist der zweiten in nichts nachsteht. Um fähiger Marxist und gleichzeitig Führer seiner Klasse zu sein, bedarf es zweierlei: Eines fundierten Verständnisses der Dinge und der Fähigkeit, dieses in Worte zu fassen. Nur dann kann, wie Marx sagt, "die Theorie die Massen ergreifen". Es handelt sich bei der dritten Sorte um Vertreter des pseudowissenschaftlichen Kretinismus, denen beide Tugenden, die der Intellektualität und die der Sprachgewalt, fremd sind; die daher sich in ihrer Ausformulierung des längst Widerlegten und oft von ihnen selbst nicht Verstandenen in die Formen unverständlicher Sprache flüchten, in der Hoffnung, sich wenigstens den dümmsten Teil ihrer Leser als potentielle Vernichter ihrer falschen Theorien vom Hals zu schaffen. Auf diese Kunst verstehen sich meisterhaft die Strömungen der deutschen Linken, die sich auf Adorno, Horkheimer und ihren antibolschewistischen Anhang berufen, wie Antideutsche, Commünisten und sonstige Elendsgestalten; aber auch: rechte Hobbykellerscheißphilosophen wie Sloterdijk oder "Historiker" wie Ernst Nolte, die der Meinung sind, Stalin trage die Schuld an Auschwitz. Die Idiotie ist also wieder mal in ihrem ganzen Spektrum vertreten. Sie zu stören und zu zerstören wo man kann, ist Aufgabe der Kommunisten unserer Zeit.
Dienstag, 17. Februar 2009
Zur Machbarkeit und Notwendigkeit des Sozialismus
Immer wieder werde ich gefragt nach der Machbarkeit des Sozialismus "angesichts den Sachzwängen einer globalisierten Welt" und ähnlichem oder danach, ob es nicht erwiesen sei, dass der Sozialismus historisch gescheitert ist.
Die Theorien von Marx und Engels sind in erster Linie analytischer Art. Im "Kapital" geht es nicht so sehr darum, Grundlinien einer sozialistischen Gesellschaft zu entwerfen als vielmehr darum, die kapitalistische, also die existierende Welt zu analysieren.
Die Notwendigkeit des Sozialismus bzw. die Erkenntnis, dass Sozialismus die einzige (!) Alternative zur allgegenwärtigen Barbarei ist, die der Kapitalismus darstellt, ist erst die Schlussfolgerung daraus. Marx schrieb in den " Briefen aus den deutsch-französischen Jahrbüchern" über das Verhältnis von Kritik und Sozialismus "Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, daß wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen."
Erst wenn die "alte Welt" theoretisch erfasst ist, sind die Konturen der neuen Welt auszumachen, aber dann sind sie als Keim in der Analyse des Alten auch bereits enthalten.
Und ja, selbstverständlich halte ich Sozialismus für möglich. Nicht für eine einfache Aufgabe, aber dennoch für möglich. Dazu ist es allerdings notwendig, einige zentrale Fragen zu beantworten (was von marxistischer Seite auch schon zu einem bedeutenden Teil überzeugend geschehen ist, aber dennoch weiterer Ausarbeitung bedarf).
Dazu gehört natürlich die Frage nach den Fehlern in den ehemals sozialistischen Ländern. Wieso passierte da so viel Mist und wieso wurde eine kommunistische Gesellschaft nie erreicht? Was waren objektive Hindernisse und was waren Fehler der Kommunisten? Eng verbunden damit ist die Frage, wieso die Konterrevolution, also Gorbatschow, Schewardnadse, Deng Xiaoping und andere in fast allen sozialistischen Ländern gesiegt haben.
Dann die Frage, welche Strategien zu einer Wiederholung des Erfolgs von 1917 führen können, also wie die Machtverhältnisse so verändert werden können, dass sich die Möglichkeit eines erneuten (und besseren) Aufbaus des Sozialismus wieder stellt. Das bedeutet eine verstärkte Rezeption der klassischen Revolutionstheorien, vor allem Lenins, aber auch deren Weiterentwicklung und Anpassung an die heutige Zeit. Zudem die Frage, wie sich eine kommunistische Bewegung an der Macht wird halten können, möglicherweise in weitgehender Isolation.
Sodann ist extrem wichtig (vielleicht am wichtigsten) die Frage nach ökonomischer Effizienz. Diese Frage ist so wichtig, weil offensichtlich die sozialistischen Länder wie UdSSR, DDR, Kuba, China und andere das Problem einer effizienten Produktion zwar in Phasen ihrer Entwicklung (in der UdSSR in den 30ern unter Stalin, in der DDR in den 50ern unter Ulbrichts "NÖSPL", in Kuba eigentlich immer nur aufgrund massiver Subventionierung durch die Sowjetunion) aber später dann nicht mehr zu lösen in der Lage waren. Die permanenten und gravierenden Mängel der historischen Planwirtschaften halte ich - was die obere Frage nach den Ursachen der Konterrevolution berührt - für den zentralen Grund der Zerstörung der Sowjetunion.
Ökonomietheorie des Sozialismus (die im Wesentlichen die Rolle von Preisen, Markt, dem Wertgesetz usw. einerseits und dem Plan andrerseits sowie effiziente kybernetische Methoden zur Umsetzung des letzteren behandelt) ist in der heutigen marxistischen Linken leider ein stark vernachlässigtes Problem. Dafür sind die heutigen Debatten, die es dazu gibt (v.a. von Cockshott, Cottrell und Dunkhase) auf außerordentlich hohem Niveau, eine radikale Revision und Weiterentwicklung im dialektischen Sinn der wichtigen Ökonomen der sozialistischen Länder, v.a. der Sowjetunion und entsprechend überzeugend. Ich denke, dass aufgrund der von genannten Autoren entwickelten Planungstheorien eine sozialistische Planwirtschaft heutzutage nicht nur weitaus effizienter (weitaus effizienter sowohl als im historischen Sowjetsozialismus als auch als in allen Modellen der Marktwirtschaft!) als auch weitaus egalitärer und radikaler, d.h. kommunistischer sein könnte, als es früher angesichts der damals vorhandenen primitiven Formen von Kommandowirtschaft jemals möglich war.
Das Problem ist also meines Erachtens kein technisches (also dass Planwirtschaft an sich schlecht funktioniert; diese Behauptung solcher liberaler Ökonomen wie Mises und Hayek ist in der Tat falsch), da die erforderliche Technologie mittlerweile seit Jahrzehnten existiert. Das Problem ist vielmehr auf der subjektiven Seite zu suchen: Von der Katastrophe von 1989/90, also der großen Konterrevolution, hat sich die kommunistische Linke (im Übrigen auch der Rest der Linken) noch lange nicht erholt. Das Vehikel einer erfolgreichen Organisation, die Organisierungsform der Revolutionäre, der Vermittler von marxistischer Bildung, der Apparat, der als einziger in der Lage ist, allen ideologischen und repressiven Angriffen des Systems zu widerstehen, kann nur die marxistisch-leninistische Partei sein. Entsprechend halte ich also sehr wenig bis gar nichts von den voluntaristischen oder spontaneistischen Theorien (besser gesagt gravierenden Fehleinschätzungen) der nicht-leninistischen Linken. Kommunistische Parteien gibt es aber in nennenswerter Größe momentan nur in wenigen Ländern. Hier in Europa ist das vor allem Griechenland und in geringerem Ausmaß Portugal und Belgien. Außerhalb Europas sieht es auch nicht wesentlich besser aus. Hier muss man meines Erachtens also ansetzen.
Wenn der tägliche kapitalistische Massenmord, die kontinuierliche Zerstörung der Umwelt, permanente Kriege um Rohstoffe, Absatzmärkte, Energietransportwege und zur Schädigung konkurrierender imperialistischer Interessen, wenn das ständige Damoklesschwert des atomaren Krieges zwischen den verbliebenen Großmächten, in erster Linie dem westlichen Machtkartell (ohne dessen Risse und Heterogenität zu vernachlässigen) und Russland/China sowie die Zerstörungskraft von mit der Sicherheit eines Naturgesetzes periodisch wiederkehrenden Wirtschaftskrisen und die immer verzweifelteren und brutaleren Auswege des Kapitals zur Ausgleichung des Falls der Profitrate, der sich wie ein Tumor in die Eingeweide der kapitalistischen Produktionsweise frisst, aufhören sollen - kurz, wenn dieser Planet und seine Bewohner das begonnene Jahrhundert in einer irgendwie akzeptablen Weise überleben sollen - dann heißt die Losung heute nicht mehr nur "Sozialismus oder Barbarei", wie Rosa Luxemburg ihrerzeit die Situation der damaligen Weltgesellschaft diagnostizierte, sondern "Sozialismus oder Katastrophe" bzw. "Sozialismus oder Untergang der Menschheit an den von ihr geschaffenen historischen Gesetzen".
Dass der Kapitalismus eine historische und keine ewige Gesellschaftsordnung ist, dass eine andere, eine kommunistische, menschliche, lebenswerte Gesellschaftsordnung möglich und vor allem auch notwendig ist, diese Einsicht in die Massen zu tragen, ist die zentrale Aufgabe eines Kommunisten in unserer Zeit. Der von Marx formulierte kategorische Imperativ, "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist." (Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, MEW 1) gilt heute mehr denn je zuvor.
Wer trotz aller ideologischen Unterwanderung, trotz systematischer Volksverblödung, trotz fortschreitender Atomisierung des "zoon politikon" Mensch, trotz Deutscher Ideologie und erdrückender kultureller Hegemonie der Bourgeoisie noch in der Lage ist, sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen, der denke darüber nach!
Die Theorien von Marx und Engels sind in erster Linie analytischer Art. Im "Kapital" geht es nicht so sehr darum, Grundlinien einer sozialistischen Gesellschaft zu entwerfen als vielmehr darum, die kapitalistische, also die existierende Welt zu analysieren.
Die Notwendigkeit des Sozialismus bzw. die Erkenntnis, dass Sozialismus die einzige (!) Alternative zur allgegenwärtigen Barbarei ist, die der Kapitalismus darstellt, ist erst die Schlussfolgerung daraus. Marx schrieb in den " Briefen aus den deutsch-französischen Jahrbüchern" über das Verhältnis von Kritik und Sozialismus "Indessen ist das gerade wieder der Vorzug der neuen Richtung, daß wir nicht dogmatisch die Welt antizipieren, sondern erst aus der Kritik der alten Welt die neue finden wollen."
Erst wenn die "alte Welt" theoretisch erfasst ist, sind die Konturen der neuen Welt auszumachen, aber dann sind sie als Keim in der Analyse des Alten auch bereits enthalten.
Und ja, selbstverständlich halte ich Sozialismus für möglich. Nicht für eine einfache Aufgabe, aber dennoch für möglich. Dazu ist es allerdings notwendig, einige zentrale Fragen zu beantworten (was von marxistischer Seite auch schon zu einem bedeutenden Teil überzeugend geschehen ist, aber dennoch weiterer Ausarbeitung bedarf).
Dazu gehört natürlich die Frage nach den Fehlern in den ehemals sozialistischen Ländern. Wieso passierte da so viel Mist und wieso wurde eine kommunistische Gesellschaft nie erreicht? Was waren objektive Hindernisse und was waren Fehler der Kommunisten? Eng verbunden damit ist die Frage, wieso die Konterrevolution, also Gorbatschow, Schewardnadse, Deng Xiaoping und andere in fast allen sozialistischen Ländern gesiegt haben.
Dann die Frage, welche Strategien zu einer Wiederholung des Erfolgs von 1917 führen können, also wie die Machtverhältnisse so verändert werden können, dass sich die Möglichkeit eines erneuten (und besseren) Aufbaus des Sozialismus wieder stellt. Das bedeutet eine verstärkte Rezeption der klassischen Revolutionstheorien, vor allem Lenins, aber auch deren Weiterentwicklung und Anpassung an die heutige Zeit. Zudem die Frage, wie sich eine kommunistische Bewegung an der Macht wird halten können, möglicherweise in weitgehender Isolation.
Sodann ist extrem wichtig (vielleicht am wichtigsten) die Frage nach ökonomischer Effizienz. Diese Frage ist so wichtig, weil offensichtlich die sozialistischen Länder wie UdSSR, DDR, Kuba, China und andere das Problem einer effizienten Produktion zwar in Phasen ihrer Entwicklung (in der UdSSR in den 30ern unter Stalin, in der DDR in den 50ern unter Ulbrichts "NÖSPL", in Kuba eigentlich immer nur aufgrund massiver Subventionierung durch die Sowjetunion) aber später dann nicht mehr zu lösen in der Lage waren. Die permanenten und gravierenden Mängel der historischen Planwirtschaften halte ich - was die obere Frage nach den Ursachen der Konterrevolution berührt - für den zentralen Grund der Zerstörung der Sowjetunion.
Ökonomietheorie des Sozialismus (die im Wesentlichen die Rolle von Preisen, Markt, dem Wertgesetz usw. einerseits und dem Plan andrerseits sowie effiziente kybernetische Methoden zur Umsetzung des letzteren behandelt) ist in der heutigen marxistischen Linken leider ein stark vernachlässigtes Problem. Dafür sind die heutigen Debatten, die es dazu gibt (v.a. von Cockshott, Cottrell und Dunkhase) auf außerordentlich hohem Niveau, eine radikale Revision und Weiterentwicklung im dialektischen Sinn der wichtigen Ökonomen der sozialistischen Länder, v.a. der Sowjetunion und entsprechend überzeugend. Ich denke, dass aufgrund der von genannten Autoren entwickelten Planungstheorien eine sozialistische Planwirtschaft heutzutage nicht nur weitaus effizienter (weitaus effizienter sowohl als im historischen Sowjetsozialismus als auch als in allen Modellen der Marktwirtschaft!) als auch weitaus egalitärer und radikaler, d.h. kommunistischer sein könnte, als es früher angesichts der damals vorhandenen primitiven Formen von Kommandowirtschaft jemals möglich war.
Das Problem ist also meines Erachtens kein technisches (also dass Planwirtschaft an sich schlecht funktioniert; diese Behauptung solcher liberaler Ökonomen wie Mises und Hayek ist in der Tat falsch), da die erforderliche Technologie mittlerweile seit Jahrzehnten existiert. Das Problem ist vielmehr auf der subjektiven Seite zu suchen: Von der Katastrophe von 1989/90, also der großen Konterrevolution, hat sich die kommunistische Linke (im Übrigen auch der Rest der Linken) noch lange nicht erholt. Das Vehikel einer erfolgreichen Organisation, die Organisierungsform der Revolutionäre, der Vermittler von marxistischer Bildung, der Apparat, der als einziger in der Lage ist, allen ideologischen und repressiven Angriffen des Systems zu widerstehen, kann nur die marxistisch-leninistische Partei sein. Entsprechend halte ich also sehr wenig bis gar nichts von den voluntaristischen oder spontaneistischen Theorien (besser gesagt gravierenden Fehleinschätzungen) der nicht-leninistischen Linken. Kommunistische Parteien gibt es aber in nennenswerter Größe momentan nur in wenigen Ländern. Hier in Europa ist das vor allem Griechenland und in geringerem Ausmaß Portugal und Belgien. Außerhalb Europas sieht es auch nicht wesentlich besser aus. Hier muss man meines Erachtens also ansetzen.
Wenn der tägliche kapitalistische Massenmord, die kontinuierliche Zerstörung der Umwelt, permanente Kriege um Rohstoffe, Absatzmärkte, Energietransportwege und zur Schädigung konkurrierender imperialistischer Interessen, wenn das ständige Damoklesschwert des atomaren Krieges zwischen den verbliebenen Großmächten, in erster Linie dem westlichen Machtkartell (ohne dessen Risse und Heterogenität zu vernachlässigen) und Russland/China sowie die Zerstörungskraft von mit der Sicherheit eines Naturgesetzes periodisch wiederkehrenden Wirtschaftskrisen und die immer verzweifelteren und brutaleren Auswege des Kapitals zur Ausgleichung des Falls der Profitrate, der sich wie ein Tumor in die Eingeweide der kapitalistischen Produktionsweise frisst, aufhören sollen - kurz, wenn dieser Planet und seine Bewohner das begonnene Jahrhundert in einer irgendwie akzeptablen Weise überleben sollen - dann heißt die Losung heute nicht mehr nur "Sozialismus oder Barbarei", wie Rosa Luxemburg ihrerzeit die Situation der damaligen Weltgesellschaft diagnostizierte, sondern "Sozialismus oder Katastrophe" bzw. "Sozialismus oder Untergang der Menschheit an den von ihr geschaffenen historischen Gesetzen".
Dass der Kapitalismus eine historische und keine ewige Gesellschaftsordnung ist, dass eine andere, eine kommunistische, menschliche, lebenswerte Gesellschaftsordnung möglich und vor allem auch notwendig ist, diese Einsicht in die Massen zu tragen, ist die zentrale Aufgabe eines Kommunisten in unserer Zeit. Der von Marx formulierte kategorische Imperativ, "alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist." (Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, MEW 1) gilt heute mehr denn je zuvor.
Wer trotz aller ideologischen Unterwanderung, trotz systematischer Volksverblödung, trotz fortschreitender Atomisierung des "zoon politikon" Mensch, trotz Deutscher Ideologie und erdrückender kultureller Hegemonie der Bourgeoisie noch in der Lage ist, sich seines eigenen Verstandes ohne Anleitung eines anderen zu bedienen, der denke darüber nach!
Sonntag, 14. Dezember 2008
Reflexionen zu einem sinnlosen Fest zu noch sinnloserem Anlass
Ist über die Welt je ein größerer Irrsinn gekommen als das Weihnachtsfest? Wen es in diesen Tagen in die Gassen einer Innenstadt verschlagen hat, der wird diese Frage sicher mit Nein beantworten.
Dort versperren einem nämlich anscheinend absichtlich Tausende Kleinbürger den Weg, die zur Feier des Tages ihre am Anzugtragen und Grüne wählen verkümmerten Pimmel spazieren tragen und mindestens so viele alternative Weltladentanten mit Filzpullovern und selbstgebastelten Ohrringen, die sich von Räucherstäbchen über Duftkerzen bis hin zu indischen Teesorten mit nahezu jedem überflüssigen Schrott eindecken, der für ihren Menschenschlag je produziert worden ist.
Weihnachten, das ist außerdem der massenhafte verkrampfte Versuch der Menschheit, den jeweiligen Nächsten durch so genannte nette Gesten der - entweder nicht vorhandenen oder eines solchen "Beweises" nicht bedürfenden - Liebe zu versichern.
Weihnachten, das ist der Tag, an dem wir die an einem anderen Tag stattgefunden habende Geburt eines irren Propheten in Israel feiern, dessen "Wirken" bis in die heutige Gesellschaft hinein bleibende Schäden angerichtet hat.
Weihnachten ist das sinnlose Abholzen - wir haben ja genug Bäume - ganzer Baumschulen zum Zweck der festlichen Zimmerverschönerung.
Weihnachten ist natürlich auch ein ganz übler Trick von Fraktionen der monopolkapitalistischen Konsumgüterindustrie, ihren Absatz auf Kosten der anderen Fraktionen zu steigern und sich dazu eines heidnischen Brauchs aus dem finsteren Mittelalter zu bedienen.
Aber wie so oft heißt es auch hier Augen zu und durch. Zum Glück gibt es ja Glühwein.
Dort versperren einem nämlich anscheinend absichtlich Tausende Kleinbürger den Weg, die zur Feier des Tages ihre am Anzugtragen und Grüne wählen verkümmerten Pimmel spazieren tragen und mindestens so viele alternative Weltladentanten mit Filzpullovern und selbstgebastelten Ohrringen, die sich von Räucherstäbchen über Duftkerzen bis hin zu indischen Teesorten mit nahezu jedem überflüssigen Schrott eindecken, der für ihren Menschenschlag je produziert worden ist.
Weihnachten, das ist außerdem der massenhafte verkrampfte Versuch der Menschheit, den jeweiligen Nächsten durch so genannte nette Gesten der - entweder nicht vorhandenen oder eines solchen "Beweises" nicht bedürfenden - Liebe zu versichern.
Weihnachten, das ist der Tag, an dem wir die an einem anderen Tag stattgefunden habende Geburt eines irren Propheten in Israel feiern, dessen "Wirken" bis in die heutige Gesellschaft hinein bleibende Schäden angerichtet hat.
Weihnachten ist das sinnlose Abholzen - wir haben ja genug Bäume - ganzer Baumschulen zum Zweck der festlichen Zimmerverschönerung.
Weihnachten ist natürlich auch ein ganz übler Trick von Fraktionen der monopolkapitalistischen Konsumgüterindustrie, ihren Absatz auf Kosten der anderen Fraktionen zu steigern und sich dazu eines heidnischen Brauchs aus dem finsteren Mittelalter zu bedienen.
Aber wie so oft heißt es auch hier Augen zu und durch. Zum Glück gibt es ja Glühwein.
Sonntag, 16. November 2008
Doch, doch, das ist der Kommunismus
Wer, gelenkt von einer unglücklichen Fügung, sich in den letzten Tagen auf den unsäglichen classless-Blog des einschlägig berüchtigten Kulla verirrt hat, dürfte mal wieder schleunigst durch heftige Kopfschmerzen geplagt worden sein (siehe: http://www.classless.org/2008/11/14/herbstdepressive-sagen-die-wahrheit/#comment-97022). Wer sich jedoch in einem Anflug masochistischer Selbstkasteiung bis zur Mitte des "Textes" durchgearbeitet hat, wurde belohnt mit einer Verlinkung auf den ihr/ihm bislang vielleicht noch unbekannten wissenschaftlich-sozialistischen und überhaupt in jeder Hinsicht empfehlenswerten Blog "Produktionsverhältnisse".
Eine solch hehre Absicht war es jedoch nicht, die den Verlinkenden dazu bewegte, zur Verbreitung marxistisch-leninistischen Gedankenguts im Internet beizutragen. Kulla will mich und den "Nervensack Lyzi" als "Stalinos" verstanden wissen, die ihn schlicht "nerven". Damit sind vom liberal-antideutsch-proimperialistischen Mainstream abweichende Positionen zum Lebenswerk Stalins dann auch offensichtlich zur Genüge behandelt und kritisiert (- ein Schuft, wer sich bei einem Bösewicht wie Stalin immer noch um Differenzierung bemüht und sich in die Tradition der internationalen Arbeiterbewegung stellt, statt einem faschistischen Neorevisionismus das Wort zu reden, der in Mao den schlimmeren Hitler sieht, deutsche KZ-Wärter und deren Kumpels zu Opfern stilisiert und die universelle Befreiung durch die Rote Armee zur "Errichtung der zweiten Diktatur auf deutschem Boden" umbiegt).
Dass Leute wie Kulla sich umgekehrt aufgrund ihrer dürftigen Ausstattung mit cerebrum relativ schnell in Schubladen einordnen lassen - "antikommunistisches Gesindel" dürfte eine treffende Analysekategorie sein - ist noch lange keine Rechtfertigung dafür.
Wer als Antikommunist das Netz nach Bestätigungen der eigenen Ideologie durch den marxistischen Klassenfeind durchforstet und vermutlich schon mit konterrevolutionärem Eifer die vielversprechende URL "classless.org" anklickt, wird sicher erstaunt sein, dort mehr oder weniger seinesgleichen vorzufinden. Jene nachtragenden Fraktionen der Monopolbourgeoisie, denen der Schreck durch die russische Revolution und Schukow noch in den Knochen sitzt, werden sogleich durch eine der barbarischsten Schrullen beglückt, die der Antibolschewismus seit Denikin, Koltschak und Wrangel hervorgebracht hat: Die Gesichter Lenins, Stalins und Maos, entstellt durch Zensurbalken, als handelte es sich um die Genitalien eines Hooligan-Flitzers von Manchester United, und darunter der widerliche Spruch "Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus".
Wohlgemerkt handelt es sich hierbei nicht, wie teilweise (http://lyziswelt.blogsport.de/2008/11/16/postskriptum-zum-kulla-elend/#comments) von Kullas Fangemeinde zu dessen Verteidigung angeführt wurde, um eine historisch-wissenschaftliche Trennung von kommunistischer und sozialistischer (als auf dem Weg dorthin befindlichen) Gesellschaftsordnung und den ebenso richtigen wie überflüssigen Hinweis, dass Lenin, Stalin und Mao nicht im Kommunismus gelebt haben. Es geht ganz offensichtlich darum, die ohnehin schon von pervers veranlagten taz-FAZ-Autoren, Spiegel(online)ianern und Spiegeleiern vergewaltigten und durch den Dreck gezogenen Vermächtnisse dreier großer Revolutionäre zu denunzieren und in Abrede zu stellen. Ein im Geiste Kronstadts und der Leninmörderin Fanny Kaplan stehender Hyperidiot wie Kulla würde einem Lenin, Bucharin oder Stalin nicht einmal zubilligen, zumindest den Intentionen nach für den Kommunismus gelebt und gekämpft zu haben.
Jedes Wesen vom Intellekt einer Zimmerpflanze und aufsteigend dürfte inzwischen verstanden haben, wie Recht Stalin doch hatte, als er sagte: "Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." ( Gesammelte Werke Band 9, S. 29)
Doch trotz all seiner Weitsicht konnte auch er nicht wissen, dass die besagte schwärzeste Reaktion ihren Feldzug gegen Verstand und Emanzipation im umso bürgerlicheren Gewand des Kommunismus (verzeihe, im Gewand des discordianisch-emancipatorisch-softcore-antiD Comünismüs) antreten würde.
Wer sich in diesen düsteren Tagen nicht wünscht, dass doch noch wenigstens einmal die Rote Armee durch Ostpreußen fegen und die Deutschen von ihrem regressiven Stumpfsinn befreien möge, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
Eine solch hehre Absicht war es jedoch nicht, die den Verlinkenden dazu bewegte, zur Verbreitung marxistisch-leninistischen Gedankenguts im Internet beizutragen. Kulla will mich und den "Nervensack Lyzi" als "Stalinos" verstanden wissen, die ihn schlicht "nerven". Damit sind vom liberal-antideutsch-proimperialistischen Mainstream abweichende Positionen zum Lebenswerk Stalins dann auch offensichtlich zur Genüge behandelt und kritisiert (- ein Schuft, wer sich bei einem Bösewicht wie Stalin immer noch um Differenzierung bemüht und sich in die Tradition der internationalen Arbeiterbewegung stellt, statt einem faschistischen Neorevisionismus das Wort zu reden, der in Mao den schlimmeren Hitler sieht, deutsche KZ-Wärter und deren Kumpels zu Opfern stilisiert und die universelle Befreiung durch die Rote Armee zur "Errichtung der zweiten Diktatur auf deutschem Boden" umbiegt).
Dass Leute wie Kulla sich umgekehrt aufgrund ihrer dürftigen Ausstattung mit cerebrum relativ schnell in Schubladen einordnen lassen - "antikommunistisches Gesindel" dürfte eine treffende Analysekategorie sein - ist noch lange keine Rechtfertigung dafür.
Wer als Antikommunist das Netz nach Bestätigungen der eigenen Ideologie durch den marxistischen Klassenfeind durchforstet und vermutlich schon mit konterrevolutionärem Eifer die vielversprechende URL "classless.org" anklickt, wird sicher erstaunt sein, dort mehr oder weniger seinesgleichen vorzufinden. Jene nachtragenden Fraktionen der Monopolbourgeoisie, denen der Schreck durch die russische Revolution und Schukow noch in den Knochen sitzt, werden sogleich durch eine der barbarischsten Schrullen beglückt, die der Antibolschewismus seit Denikin, Koltschak und Wrangel hervorgebracht hat: Die Gesichter Lenins, Stalins und Maos, entstellt durch Zensurbalken, als handelte es sich um die Genitalien eines Hooligan-Flitzers von Manchester United, und darunter der widerliche Spruch "Nein, nein, das ist nicht der Kommunismus".
Wohlgemerkt handelt es sich hierbei nicht, wie teilweise (http://lyziswelt.blogsport.de/2008/11/16/postskriptum-zum-kulla-elend/#comments) von Kullas Fangemeinde zu dessen Verteidigung angeführt wurde, um eine historisch-wissenschaftliche Trennung von kommunistischer und sozialistischer (als auf dem Weg dorthin befindlichen) Gesellschaftsordnung und den ebenso richtigen wie überflüssigen Hinweis, dass Lenin, Stalin und Mao nicht im Kommunismus gelebt haben. Es geht ganz offensichtlich darum, die ohnehin schon von pervers veranlagten taz-FAZ-Autoren, Spiegel(online)ianern und Spiegeleiern vergewaltigten und durch den Dreck gezogenen Vermächtnisse dreier großer Revolutionäre zu denunzieren und in Abrede zu stellen. Ein im Geiste Kronstadts und der Leninmörderin Fanny Kaplan stehender Hyperidiot wie Kulla würde einem Lenin, Bucharin oder Stalin nicht einmal zubilligen, zumindest den Intentionen nach für den Kommunismus gelebt und gekämpft zu haben.
Jedes Wesen vom Intellekt einer Zimmerpflanze und aufsteigend dürfte inzwischen verstanden haben, wie Recht Stalin doch hatte, als er sagte: "Was wäre die Folge, wenn es dem Kapital gelänge, die Republik der Sowjets zu zerschlagen? Eine Epoche der schwärzesten Reaktion würde über alle kapitalistischen und kolonialen Länder hereinbrechen, man würde die Arbeiterklasse und die unterdrückten Völker vollends knebeln, die Positionen des internationalen Kommunismus würden liquidiert." ( Gesammelte Werke Band 9, S. 29)
Doch trotz all seiner Weitsicht konnte auch er nicht wissen, dass die besagte schwärzeste Reaktion ihren Feldzug gegen Verstand und Emanzipation im umso bürgerlicheren Gewand des Kommunismus (verzeihe, im Gewand des discordianisch-emancipatorisch-softcore-antiD Comünismüs) antreten würde.
Wer sich in diesen düsteren Tagen nicht wünscht, dass doch noch wenigstens einmal die Rote Armee durch Ostpreußen fegen und die Deutschen von ihrem regressiven Stumpfsinn befreien möge, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.
Freitag, 7. November 2008
Lyzi will den Iran kaputt machen
Die Tatsache, dass auch der von mir bislang geschätzte Blogger Lyzis Welt pünktlich zum 70. Jahrestag der Reichspogromnacht, als müssten deren Opfer noch nachträglich dadurch geschändet werden, dass man in ihrem Namen den Imperialismus heiligt, offensichtlich zum kollektiv-verblödeten Lager der iranhassenden Verschwörungstheoretiker übergelaufen ist, die in niederen Primaten wie Ahmadinedschad den neuen Hitler sehen wollen (nachdem die bisherigen Hitlers wie Saddam Hussein und Milosevic entweder staatlich gekillt wurden und/oder an den von Den Haag verordneten Bedingungen der Einkerkerung - mit oder ohne toxische Beihilfe - friedlich verscheiden durften, war ein neuer Hitler ja wohl auch fällig), mit nicht-existenten Atomwaffen den Weltuntergang herbeibeschwören und sich überhaupt in ihren konventionellen und atomaren Vernichtungsphantasien gegen den Iran gegenseitig zu übertreffen suchen, ist sehr bedauerlich. Nun gut, dann soll es eben so sein, dass diese phantastische Seite als letzte Bastion des gesunden Menschenverstands in der Blogosphäre standhaft bleibt.
Donnerstag, 6. November 2008
An unserem Wesen soll die Welt genesen
"Old habits die hard" sagt ein englisches Sprichwort und fast scheint es so, als würden Teile der politisch interessierten Bevölkerung sich Mühe geben, diesem Ideal gerecht zu werden. Damit dürfte auch erklärt sein, warum die nach den einschlägig bekannten Katastrophen zyklisch wiederkehrenden Bußrituale à la "Nie wieder soll von deutschem Boden ein Krieg ausgehen" ebenso zyklisch in den Wind geschrieben werden, wenn das Vaterland sich und seine Werteordnung zur Abwechslung mal wieder in der Defensive sieht. Wer kann sich nicht mehr an die Stunden rührigen Beisammens erinnern, wo die Deutschen nach dem "Anschluss" (nein, nicht der von 1938, sondern der von 1990) endlich wieder zur Volksgemeinschaft vereint das in die Wohnzimmer ausgestrahlte mittelmäßig gespielte Grauen in Rudolf Scharpings Gesicht bewundern konnten und sich durch immer neue Schauermärchen über das Treiben der Balkanesen allmählich für die Affirmation des ja so oft unter Beweis gestellten letzten Seinszwecks des deutschen Imperialismus weichkochen ließen - den Krieg. Sehr schnell auswendig gelernt - sodass man diesen Schrott bis heute von der Mehrheit der pflichtbewussten Staatsbürger zu hören bekommt - waren damals die Phrasen von einem "Auschwitz" im Fußballstadion von Pristina, (mit Sportpalästen und ähnlichen Orten hatten die offiziellen deutschen Meinungsmacher es schon immer) von systematischem Völkermord an den Kosovo-Albanern, von Massakern und Vertreibungen, wie der Balkan sie seit dem letzten Besuch der immer hilfsbereiten deutschen Armee nicht mehr gesehen habe. Und genau deshalb, weil es beim letzten Mal, wo Deutschland die territoriale Integrität Jugoslawiens aufgelöst und Kroaten auf Serben schießen lassen hatte, ein paar Zwischenfälle, etwa die Vernichtung der jugoslawischen Juden und die Massakrierung der Bevölkerung, gegeben hatte, sah sich der deutsche Staat auch beim zweiten Mal, wo auf sein Geheiß Jugoslawien in ethnischen Konflikten versank, in einer besonderen Verantwortung. Mit selbstverständlich in ihrer überwältigenden Mehrheit gelogenen Völkermordgeschichten meldete sich der deutsche Imperialismus in Jugoslawien zurück, stellte seine Kriegsfähigkeit - mehr schlecht als recht zwar, aber immerhin - unter Beweis, zerschlug eins der letzten Überbleibsel des Systemkonflikts, das jetzt nicht mehr gegen die Sowjetunion brauchbar war sondern im Gegenteil Gefahr lief, in den Einflussbereich von deren Nachfolgestaat zu geraten und half bei der Entstehung von prowestlichen Kleinstaaten, Protektoraten und Zentren der organisierten Kriminalität. So funktioniert Vergangenheitsbewältigung.
Erinnert man sich an jene lichten Tage, an denen Deutschland wieder einmal erwachte und an denen wir anfingen, in aller Welt mitzumischen (dieses Mal bei der Verbreitung von "Menschenrechten"), so verwundert auch Folgendes nicht mehr: Von den reaktionären Traditionsmilieus bayrischer CSU-Hillbillies bis hin zu den zionistischen Heilspropheten der antideutschen Psychosekten wie Stefan Grigat oder Justus Wertmüller hat sich längst eine Volksfront gebildet, deren Herrenmenschenwahn ein neues würdiges Ziel für deutsche Weltpolitik auserkoren hat: Den Iran.
Wie auch schon Adolf und seine Kompanie es mit der Wahrheit nie so genau genommen hatten, wenn es um staatswichtige Fragen wie die Zerschlagung der KPD oder Polens ging und wie im Rechtsnachfolger des Nationalsozialismus die rot-grünen Kriegsherren (was ja bekanntlich braun ergibt) bei Bedarf immer schon gelogen haben, dass sich die Balken biegen, so herrscht auch bei diesen Vertretern westlicher Machtinteressen ein eher pragmatisches Verhältnis zu den Tatsachen vor: Auch wenn US-amerikanische Geheimdienste, in deren Interesse eine Entlastung des Iran gewiss nicht liegt, es längst als so gut wie erwiesen betrachten, dass der Iran kein militärisches Atomprogramm unterhält, für die zionistische Falkenlobby von "Stop the Bomb" und die das Spätstadium der Senilität längst erreicht habenden solid-Dissidenten vom BAK Shalom bedeutet das noch lange nicht, dass man gegenteilige (Falsch-)Behauptungen zukünftig unterlassen müsste. Auch wenn in einschlägigen Veröffentlichungen, auch im Internet, dieses auf bewussten Falschübersetzungen beruhende Märchen längst widerlegt wurde, rotzen genannte Kretins immer noch ungerührt ihre Propaganda durch die diversen Pamphlete, derzufolge Ahmadinedschad die "Tilgung Israels von der Landkarte" angekündigt habe. Wenn „Antinationalisten“ die Tendenz zum außenpolitischen Alleingang und den wachsenden innerimperialistischen Widerspruch zwischen dem „Alten Europa“ und den USA als Ausdruck eines postkonterrevolutionären neudeutschen Nationalismus interpretieren, liegen sie damit sicher nicht ganz falsch. Auch ein blindes – in diesem Fall wohl auch taubes und zerebral stark beschränktes – Huhn findet schließlich mal ein Korn. Wer daraus aber schlussfolgert, dass die marode gewordene Achse Berlin-Washington zum Schutz und Trutze „unserer“ Werte möglichst in alter Stärke wiederauferstehen soll, mit dem kann man dann wohl leider nur noch Mitleid haben. Man könnte sich sein Mitleid aber auch für die Menschen aufsparen, die unter der universellen Blödheit des neolinken Fußvolks zu leiden haben, weil diese nach allen Kräften jeden eventuellen Widerstand gegen den Krieg torpedieren.
Und wenn es schon sein muss, dass die US Air Force mal wieder Bomben auf Städte schmeißt, dann sollte sie wenigstens mit dem Büro der Jungle World anfangen. Dadurch würde sicher auch das seit Bush versaute Ansehen der USA hierzulande wieder besser.
Erinnert man sich an jene lichten Tage, an denen Deutschland wieder einmal erwachte und an denen wir anfingen, in aller Welt mitzumischen (dieses Mal bei der Verbreitung von "Menschenrechten"), so verwundert auch Folgendes nicht mehr: Von den reaktionären Traditionsmilieus bayrischer CSU-Hillbillies bis hin zu den zionistischen Heilspropheten der antideutschen Psychosekten wie Stefan Grigat oder Justus Wertmüller hat sich längst eine Volksfront gebildet, deren Herrenmenschenwahn ein neues würdiges Ziel für deutsche Weltpolitik auserkoren hat: Den Iran.
Wie auch schon Adolf und seine Kompanie es mit der Wahrheit nie so genau genommen hatten, wenn es um staatswichtige Fragen wie die Zerschlagung der KPD oder Polens ging und wie im Rechtsnachfolger des Nationalsozialismus die rot-grünen Kriegsherren (was ja bekanntlich braun ergibt) bei Bedarf immer schon gelogen haben, dass sich die Balken biegen, so herrscht auch bei diesen Vertretern westlicher Machtinteressen ein eher pragmatisches Verhältnis zu den Tatsachen vor: Auch wenn US-amerikanische Geheimdienste, in deren Interesse eine Entlastung des Iran gewiss nicht liegt, es längst als so gut wie erwiesen betrachten, dass der Iran kein militärisches Atomprogramm unterhält, für die zionistische Falkenlobby von "Stop the Bomb" und die das Spätstadium der Senilität längst erreicht habenden solid-Dissidenten vom BAK Shalom bedeutet das noch lange nicht, dass man gegenteilige (Falsch-)Behauptungen zukünftig unterlassen müsste. Auch wenn in einschlägigen Veröffentlichungen, auch im Internet, dieses auf bewussten Falschübersetzungen beruhende Märchen längst widerlegt wurde, rotzen genannte Kretins immer noch ungerührt ihre Propaganda durch die diversen Pamphlete, derzufolge Ahmadinedschad die "Tilgung Israels von der Landkarte" angekündigt habe. Wenn „Antinationalisten“ die Tendenz zum außenpolitischen Alleingang und den wachsenden innerimperialistischen Widerspruch zwischen dem „Alten Europa“ und den USA als Ausdruck eines postkonterrevolutionären neudeutschen Nationalismus interpretieren, liegen sie damit sicher nicht ganz falsch. Auch ein blindes – in diesem Fall wohl auch taubes und zerebral stark beschränktes – Huhn findet schließlich mal ein Korn. Wer daraus aber schlussfolgert, dass die marode gewordene Achse Berlin-Washington zum Schutz und Trutze „unserer“ Werte möglichst in alter Stärke wiederauferstehen soll, mit dem kann man dann wohl leider nur noch Mitleid haben. Man könnte sich sein Mitleid aber auch für die Menschen aufsparen, die unter der universellen Blödheit des neolinken Fußvolks zu leiden haben, weil diese nach allen Kräften jeden eventuellen Widerstand gegen den Krieg torpedieren.
Und wenn es schon sein muss, dass die US Air Force mal wieder Bomben auf Städte schmeißt, dann sollte sie wenigstens mit dem Büro der Jungle World anfangen. Dadurch würde sicher auch das seit Bush versaute Ansehen der USA hierzulande wieder besser.
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